Von der ökologischen Abfallwirtschaft zum Tag der Regionen
| Im ostwestfälischen Kreis Höxter sowie im angrenzenden nordhessischen Raum haben Planungen des damaligen Düsseldorfer MURL zur Errichtung einer Sondermüll- und Reststoffdeponie dazu geführt, dass sich innerhalb eines kurzen Zeitraumes über 3.500 Mitglieder in der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal (BI) zusammenfanden, um für eine ökologische Abfallwirtschaft und somit gegen die Pläne aus dem Düsseldorfer Ministerium eintraten. |
| In Zusammenarbeit mit weiteren Bürgerinitiativen aus Ostwestfalen haben die aktiven Mitglieder Vermeidungspotentiale aufgezeigt und über ein eigenfinanziertes Gutachten des Darmstädter Öko-Institutes nachgewiesen, dass schon zum damaligen Zeitpunkt viel weniger Sondermüll in ganz Ostwestfalen entstand, als zum Betreiben einer rentablen Sondermülldeponie notwendig gewesen wäre. Insbesondere aufgrund der hohen Entsorgungskosten, hat sich die in OWL anfallende Menge Sondermüll in den letzten Jahren noch mal deutlich reduziert. Die Planungen wurden Mitte 1994 ad acta gelegt. Der über unzählige Aktionen, Treffen, Demonstrationen entstandene Zusammenhalt der Aktiven innerhalb der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal führte dazu, das viele weitere Aktionen mit dem Ziel angestoßen wurden, für eine kulturhistorisch gewachsene, vielfältige und attraktive Landschaft tätig zu werden, in der jeder Lust hat zu leben und zu arbeiten. Viele kleinere und größere Aktivitäten, wie Anpflanzungen von Hecken und Streuobstwiesen, Aufbau einer Solarselbstbaugruppe, Fassadenbegrünungen, Bau von Nistkästen, Organisation und Durchführung großer Regionalmärkte, Infoveranstaltungen zum Thema Eigenkompostierung usw. bündelten sich unter dem Motto „Eine Region denkt um“ zu einem Gesamtkonzept. Die Hoffnungen auf wirtschaftliche Prosperität beruhten auf dem Bestreben neue regionale Märkte zu erschließen, in denen die Unverwechselbarkeit unserer Region auch in ihren Produkten erkennbar wird, die sich durch eine besondere Umweltverträglichkeit auszeichnen sollen. Mehr dazu finden Sie unter >> www.bi-boerdeland.de << . Vom HLandwerkerweg | |
| Ausgangspunkt für den „Tag der Regionen“ war der Land- und Handwerkerweg, der am 2. Mai 1998 längs durch die Bundesrepublik von Füssen nach Bremerhaven führte und sich unter dem Motto „der lange Weg zu kurzen Wegen“ mit regionalen Produkten der jeweiligen Gegend entlang des Weges präsentierte. |
Erstmals schlossen sich bei diesem „langen Weg zu kurzen Wegen“, ausgehend von der Feuchtwanger Regionalinitiative „Artenreiches Land – Lebenswerte Stadt“ als Keimzelle, bundesweit Initiativen zusammen, um gemeinsam auf regionale Wirtschaftskreisläufe aufmerksam zu machen. Diese Idee wurde in den 26 Landkreisen, die der Weg durchquerte, in über 600 Aktionen von Initiativen, Vereinen und Betrieben aufgegriffen und mit viel Phantasie umgesetzt. Tragend waren dabei Gruppierungen aus dem Umfeld von Umwelt- und Naturschutzorganisationen, der Landwirtschaft und den Kirchen. In der lokalen und regionalen Presse waren die einzelnen Aktionen zum Teil sehr öffentlichkeitswirksam präsentiert worden. Ein großer Erfolg war darüber hinaus die Initiationswirkung bei den Akteuren. Sie haben sich zusammengefunden, diskutiert, Strategien ausgearbeitet und sich mit viel Fleiß und Begeisterung für eine Idee engagiert. Etwa 300 Initiativen außerhalb der Route des Land- und Handwerkerweges hatten ein Interesse angemeldet, konnten aber wegen der räumlichen Festlegung nicht berücksichtigt werden. Diese Ausgangspunkte veranlassten die Initiatoren als Nachfolge für den Land- und Handwerkerweg eine Veranstaltung zu entwickeln, bei der sowohl dem Wunsch nach Vernetzung, nach übergreifender Unterstützung und Koordination, als auch der Bereitschaft der Gruppen sich an Aktionen zu beteiligen, Rechnung getragen wurde. Die Idee vom „Tag der Regionen“ entstand... | |
| im Kontakt zwischen dem Verein „Artenreiches Land – Lebenswerte Stadt“ in Bayern und der Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal e.V.“ aus Borgentreich (NRW) wurde das Projekt konkretisiert, beide Vereine richteten für die Umsetzung des 1. "Tages der Regionen" (in NRW und Bayern) am 10. Oktober 1999 in ihren Geschäftsräumen landesweite Koordinationsstellen ein. Ab 2000 fand der Aktionstag auf Anregung der beiden großen Kirchen am Erntedanksonntag statt. Die Verknüpfung ermöglichte das Bewusstsein um die Schöpfungswirklichkeit sowie den verantwortlichen Umgang mit Natur und Umwelt zu vertiefen und zu stärken. |
