Nachgefragt!

Wir haben uns erkundigt, wie Stadt-& Land-Touren in diesem Jahr unbeschwert möglich sein können.

Im Gespräch:

Jana Leckel von „Kulinarische Schnitzeljagd“ –

Das Team bietet seit 2014 umweltfreundliche und nachhaltige Fahrradtouren an, die es den Teilnehmenden ermöglicht die „Genussmanufakturen“ vor Ort kennenzulernen.

Jana Leckel sieht in den Stadt-& Land-Touren des Tag der Regionen eine große Chance für Gastronomien und Läden durch eine größere Reichweite und Bekanntheit Neukund*innen zu gewinnen. Sie rät dazu, die Stadt-& Land-Touren dynamisch zu gestalten.  Die Menschen können selbst entscheiden, wo ihre Tour beginnt und wo es danach hin gehen soll.

Wichtiges kurz zusammengefasst:

Das vollständige Interview:

Seit wann bietet ihr solche Touren an?

Jana: In Düsseldorf bieten wir die Touren seit 2014 an. Unter dem Namen Kulinarische Schnitzeljagd werden die Touren seit 2017 angeboten. 2019 kamen mit Duisburg, Köln, Mülheim an der Ruhr und Mönchengladbach die ersten Städte außerhalb Düsseldorfs dazu. 2020 konnten wir die Liste um Bonn, Bochum, Essen, Hamburg und Ratingen erweitern.

Wie verliefen die Planungen im letzten Jahr?

Jana: Im letzten Jahr hatten wir das Glück, dass ein Großteil der Touren vor dem ersten Lockdown zu 2/3 stand. In der Regel ist es so, dass die Akquise in Städten, in denen die Schnitzeljagd schon mal stattgefunden hat, gut verläuft. Das Konzept ist in der Stadt schon manchen bekannt, ein Teil der Läden, die schon mal mitgemacht hat, möchte wieder mitmachen und man kann von den Erfahrungen des letzten Jahres berichten. In neuen Städten ist das ein wenig kniffeliger, aber auch da hat die Akquise letztes Jahr gut geklappt (sonst wären die Touren in den neuen Städten ja nicht zusammen gekommen).

Wie verliefen die Planungen in diesem Jahr?

Jana: Dieses Jahr ist die Ausgangsposition ein bisschen schwieriger, weil ein Großteil der Läden seit Anfang November zu ist (Hofläden, Feinkostläden, Unverpacktläden etc. sind ja zum Glück nicht betroffen). Die Läden wissen nicht, wann sie wieder öffnen dürfen oder - im schlimmsten Falle - ob es sie bis dahin noch gibt. Außerdem ist unser Event eine Marketingmaßnahme für die Läden, die zwar eigentlich wichtiger denn je nach so einer langen Phase der Schließung ist, aber nicht alle haben da jetzt einen Kopf für. Die, die sich dieser Chance bewusst sind, sind sehr dankbar und freuen sich darauf, endlich wieder mehr Menschen bei sich zu haben und Neukund*innen gewinnen zu können. Andere scheint es gerade etwas zu überfordern. Daher haben wir die Anmeldefrist dieses Jahr etwas verlängert und werden ggf. von Stadt zu Stadt etwas spontaner agieren.

Habt ihr letztes Jahr etwas anders gemacht als in den Jahren davor? Wenn ja, was?

Jana: Ja. Letztes Jahr war die Pandemie ja noch vollkommen neu und keiner konnte das Risiko einschätzen, das die Teilnahme an unserem Event womöglich beherbergt. Deshalb haben wir alles getan, damit sich alle Beteiligten möglichst sicher fühlen. Konkret hieß das, dass wir die maximale Teilnehmendenzahl für die ersten Touren im Juni auf insgesamt 150 Teilnehmende reduziert haben, damit sich alles noch besser verläuft. Außerdem haben wir sowohl die Läden als auch Teilnehmenden immer wieder an das zu dem Zeitpunkt geltende Hygiene-Konzept erinnert. Wir haben die Läden dazu aufgefordert, so viel wie möglich nach draußen zu verlegen. Die meisten Läden hatten diese Möglichkeit glücklicherweise und auch mit dem Wetter hatten wir das gesamte Jahr über Glück. Darüber hinaus hatten wir eine Teilnehmendenregistrierung. Um den Läden die Arbeit abzunehmen, das von jedem Teilnehmenden bei sich zu erfragen, haben wir die Daten vorab gesammelt und den Läden am Vorabend eine Liste gemailt, die sie dann nur ausdrucken und jeden Teilnehmernden abhaken brauchten. Das hat allen Beteiligten viel Arbeit erspart. Zudem haben wir den Teilnehmenden gesagt, dass sie möglichst nicht in Gruppen unterwegs sein sollten, sondern mit so wenigen Leuten wie möglich. Wir bitten unsere Teilnehmenden ohnehin darum, nicht mit mehr als 10 Personen zusammen unterwegs zu sein, damit es sich in kleinen Läden nicht zu sehr ballt. Im letzten Jahr galt als maximale Anzahl immer die Personenanzahl, die laut der Politik zu dem Zeitpunkt erlaubt war. Insgesamt haben wir 20 Touren in 10 Städten mit mehr als 200 Gastronomen und knapp 5000 Teilnehmende corona-sicher durchführen können.

Habt ihr dieses Jahr etwas anders gemacht als im letzten Jahr? Wenn ja, was?

Jana: Was die Akquise anbelangt, habe ich ja eben schon beschrieben, was da dieses Jahr anders läuft. Der Hauptunterschied liegt dieses Jahr im Ticketverkauf. Normalerweise startet der Ticketverkauf pauschal für alle Städte am 1. April und innerhalb weniger Tage werden die Tickets, die bei uns in Gestalt von bunten Papierarmbändchen daherkommen, per Post verschickt. Dieses Jahr ist es so, dass wir den Ticketverkauf dynamisch gestalten. Sobald eine Tour mindestens 2/3 der erforderlichen Anmeldungen (seitens der Läden) hat, darf sie in den Verkauf. Außerdem handhaben wir das dieses Jahr so, dass wir die Tickets/ Bändchen erst 2 Wochen vor der Tour versenden, wenn wir sicher wissen, dass die Tour auch stattfinden kann.

Möchtest du unseren Akteur*innen noch etwas mit auf den Weg geben?

Jana: Das letzte Pandemie-Jahr hat auf jeden Fall gezeigt, dass man möglichst spontan und anpassungsfähig sein muss. Nur weil dieses oder jenes pauschal nicht möglich ist, heißt das nicht, dass es nicht umsetzbar ist. Beispiel Veranstaltungen: Ein Großteil der Veranstaltungen im letzten Jahr wurde abgesagt. Da bei uns aber nicht zu viele Menschen auf einmal am selben Ort sind, sondern es vielmehr so ist, dass in den einzelnen Läden etwas mehr los ist, als sonst, konnten unsere Events durchgeführt werden. Man sollte also gucken, ob es nicht doch einen Weg gibt, der ggf. etwas abgeändert, möglich ist. Außerdem haben wir versucht mit unseren Maßnahmen, wie der geringeren Teilnehmendenzahl, der Teilnehmendenregistrierung und der Erinnerung an das Hygienekonzept zum einen, allen Beteiligten Arbeit abzunehmen und zum anderen für ein möglichst großes Sicherheitsgefühl zu sorgen. Schließlich möchte man das Event ja auch genießen können.

 

Vielen Dank für dein offenes Ohr Jana Leckel!

Für Sie nachgefragt hat Jana Berger.